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Schiffshebewerk  Scharnebeck

 

 

Ein sehr lohnender Ausflug von Hamburg aus ist eine Fahrt zum Schiffshebewerk bei Lüneburg. Diesen Ausflug sollte man aber unbedingt kombinieren mit einer Führung vor Ort, wenn dies möglich ist. Wir haben dies so gelöst, dass wir zuerst mit dem Auto zum Hebewerk fuhren, an einer Führung teilnahmen, und anschliessend nach Lauenburg weiterreisten, von wo aus wir mit dem Schiff der Reederei Helle eine dreistündige Kanalfahrt machten, bei der das Hebewerk in beiden Richtungen durchfahren wurde. Wenn ich hier die Reise etwas anders schildere, dann geschieht dies aus Gründen der Uebersicht.

Unter dem Schiffshebewerk konnte ich mir als Landratte nichts vorstellen. Ich war der Meinung, eine besondere Art von Schleuse vorzufinden. Umsomehr war ich erstaunt, hier einen riesigen Fahrstuhl für Schiffe anzutreffen. Fast ohne Motorkraft werden hier die Schiffe, von Hamburg kommend, 38 Meter (!) in die Höhe gehoben, wo sie in den Kanal einfahren. Der Grund, weshalb dies fast ohne äussere Kraft geschehen kann, sind Gegengewichte. Im "Fahrstuhl", dies ist ein Trog, in den die Schiffe einfahren, befindet sich Wasser. Und zwar bis zum Gesamtgewicht genau 5'800 Tonnen. Und fährt jetzt ein Schiff ein, verdrängt dies genau soviel Wasser, wie es selbst wiegt. Also ist das Gewicht des Troges, egal ob mit oder ohne Schiff, immer 5'800 t. Das Gewicht der Gegengewichte (kennt man auch von Fahrstühlen in Gebäuden) ist nun genau so schwer wie der gefüllte Trog. Also braucht es nur ganz wenig Motorkraft, um die Anlage in Bewegung zu bringen. Es sind 4 Elektromotoren zu je 160 kW, die dies vollbringen.

Aber beginnen wir unsere Fahrt zum Hebewerk in Lauenburg an der Elbe:  

 

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Auf Wunsch können die Bilder auch in Originalgrösse per Mail angefordert werden (bis zu 3,5 MB pro Bild)

Dieses Städtchen würde alleine schon zu einem Ausflug einladen
gemütliche Gaststätten am Elbufer laden zum Verweilen ein

aber wir wollen ja weiter
unser Schiff wartet bereits, und in wenigen Minuten geht es los. Die Fahrt in Richtung Kanal beginnt

nach kurzer Zeit sind wir im Elbe-Seiten-Kanal und fahren jetzt zwischen den Deichen in Richtung Scharnebeck
Hier sehen wir ein Tor, mit dem man bei allfälligem Hochwasser die Elbe daran hindern kann, bis zum Hebewerk hochzukommen und dort Schaden anzurichten. Das Tor kann nach unten geschwenkt werden.
Etwas später begegnen wir einem Schubverband mit Containern, der Richtung Hamburg unterwegs ist

und oben auf dem Deich ist hin und wieder ein Fahrradfahrer oder ein Wanderer zu sehen

und schon kommt das riesige Bauwerk, das Schiffshebewerk von Scharnebeck ins Blickfeld
Vor den Toren herrscht Betrieb, Schiffe fahren aus den Fahrstühlen, andere warten auf die Einfahrt

Wir wollen hier unsere Fahrt erst mal unterbrechen, an Land gehen und an einer der kundigen Führungen von KulTourNetNord teilnehmen. Diese Führungen finden leider nur sehr selten und bei genügender Beteiligung statt, eine Voranmeldung ist deshalb unerlässlich, lohnt sich aber auf jeden Fall.
Wir werden vor Ort freundlich begrüsst .... und auf ein bevorstehendes Treppensteigen vorbereitet.
Und schon stehen wir auf der Strassenbrücke, die mitten durch das Hebewerk führt und beobachten die Einfahrt eines Binneschiffers in den "Fahrstuhl"
Sobald das Schiff drin ist und sich über Telefon bei der Zentrale angemeldet hat, beginnt die Fahrt nach oben

Der Fahrstuhl mit einem Gesamtgewicht von 5'800 t bewegt sich nach oben.

Die Fahrt mit dem Fahrstuhl dauert nur gerade 3 Minuten

Auch im zweiten Trog ist inzwischen ein Schiff eingefahren. Unabhängig vom ersten Trog fährt auch dieser jetzt hoch Die Fahrt mit dem Hebewerk kostet den Staat pro Fahrt gerade mal 3 Euro. Für die Schiffe ist sie kostenlos, da der Kanal als Bundesstrasse klassiert ist.

wir sind inzwischen über viele Treppenstufen auch oben angelangt.
Hier warten im Hafenbecken vor der Einfahrt die Schiffe, die gerne in die Elbe runter möchten Wir geniessen derweil die Aussicht, die uns klar macht, wie hoch dieser Fahrstuhl ist (Bild oben)
Von oben schauen wir zu, wie die Schiffe einfahren und heruntergelassen werden. Denn ein Dach hat dieser Fahrstuhl keines, sein Antrieb ist seitlich angebracht

unten angekommen öffnet sich das Tor und das Schiff kann ausfahren
nachdem wir wieder unten angelangt sind, sehen wir uns nochmals die Anlage an. Die Tröge sind oben, auf dem Bild rechts wird die Hubhöhe gut sichtbar, wenn der Trog nach unten kommt, ist er im Boden verschwunden.

 

Bevor wir uns jetzt wieder an Bord unseres Ausflugschiffes begeben, besuchen wir noch die Ausstellungshalle.

 

 

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